Gedenkstätte  KZ Sachsenhausen, 2024 + 2026


Fährt man mit dem Auto von Berlin nach Hamburg, kommt man an Oranienburg vorbei. Die Stadt beherbergte von 1933 - 1934, auf dem Gelände einer ehemaligen Brauerei, das ursprüglich erste Konzentrationslager Preussens. Dieses wurde, da inmitten der Stadt gelegen, 1934 geschlossen und die Häftlinge in andere KZ überstellt.

1936 wurde dann das KZ Sachsenhausen als eine Art Schulungs - und Musterlager, welches von Architekten der SS geplant wurde, gebaut. Die Bauten wurden von Häftlingen errichtet, es entwickelte sich zu einem Vernichtungslager. Insgesamt waren hier zwischen 1936 und 1945 rund 200.000 Menschen inhaftiert, hiervon wurden über 20.000 von den Nazis ermordet.

 

Von 1945 - 1950 richtete die sowjetische Besatzungsmacht, im Rahmen der Entnazifizierung, innerhalb der Grenzen des alten KZ ein Sonderlager, in dem rund 60.000 Menschen inhaftiert wurden, ein. In dem Sonderlager starben knapp 12.000 Menschen  an Hunger und Krankheiten.

Die Insassen des Lagers waren keine verurteilten Kriegsverbrecher. Alle in den sowjetischen Sonderlagern inhaftierten Personen wurden ohne Gerichtsurteil gefangen gehalten.

Die im Lager Sachsenhausen verstorbenen Häftlinge wurden in Massengräbern verscharrt. Nach Auflösung des Sonderlagers wurde ein Mantel des Schweigens über diesen Teil der Geschichte gelegt.

Die Bevölkerung sollte die Sowjetunion als Brudervolk und Befreier, nicht aber als Betreiber von Konzentrationslagern sehen. So wurde alles dafür getan dass die Massengräber vergessen werden.

Erst 1990 konnten die Gräber mit der Hilfe von Zeitzeugen lokalisiert werden. Heute sind die Grabstellen gesichert, als solche gekennzeichnet und mit Gedenksteinen, Kreuzen  und Informationstafeln versehen. 

 

Die gesamte Geschichte  des Lagers haben andere weit besser, als ich es könnte, niedergeschrieben. Am Ende dieses Kapitels finden Sie Links zu vertieften Informationen.

Hinweis : Dieses Kapitel wurde anlässlich eines weiteren Besuchs der Gedenkstätte im Jahr 2026 ergänzt.  Daher werden Ihnen einige Veränderungen der Gedenkstätte auffallen.

So wurden die beiden Bäume, die (perspektivisch gesehen) zwischen den beiden verbliebenen Lagerbaracken standen, zwischen 2024 und 2026 vom Lagergelände entfernt. 

Das KZ befand sich in unmittelbarer Nachbarschaft der Stadt Oranienburg. Die Bürger haben mitbekommen was hier vorging - sie beschwerten sich auch über den fettigen Ruß der über der Stadt niederging. Er stammte aus dem Krematorium.
Das KZ befand sich in unmittelbarer Nachbarschaft der Stadt Oranienburg. Die Bürger haben mitbekommen was hier vorging - sie beschwerten sich auch über den fettigen Ruß der über der Stadt niederging. Er stammte aus dem Krematorium.
Der Vorhof zur Hölle. Hinter diesem Tor befand sich das Kommandatenhaus und die Kommandantur mit dem Lagertor..
Der Vorhof zur Hölle. Hinter diesem Tor befand sich das Kommandatenhaus und die Kommandantur mit dem Lagertor..
Das Lagertor, der Eingang zur Hölle, mit dem zynischen Spruch "Arbeit macht frei". Die einzige Möglichkeit der Freiheit war der Tod oder später die Befreiung durch die sowjetischen Truppen.
Das Lagertor, der Eingang zur Hölle, mit dem zynischen Spruch "Arbeit macht frei". Die einzige Möglichkeit der Freiheit war der Tod oder später die Befreiung durch die sowjetischen Truppen.
Der damals unter Strom stehende Lagerzaun. Davor ein Geändestreifen den die Häftlinge nicht betreten durften. Bei Zuwiderhandlung wurde sofort geschossen.
Der damals unter Strom stehende Lagerzaun. Davor ein Geändestreifen den die Häftlinge nicht betreten durften. Bei Zuwiderhandlung wurde sofort geschossen.
Im Turm A hatte die „Abteilung III (Schutzhaftlager)“ der KZ-Kommandantur ihren Sitz. Deren Angehörige übten die unmittelbare Herrschaftsgewalt über die Häftlinge aus.
Im Turm A hatte die „Abteilung III (Schutzhaftlager)“ der KZ-Kommandantur ihren Sitz. Deren Angehörige übten die unmittelbare Herrschaftsgewalt über die Häftlinge aus.
Konzentrationslager Sachsenhausen, Lagertor, Krankenstation, Lagerküche, Mahnmal
Es ist nicht mehr viel übrig von den Lagergebäuden: Links die ehemalige Krankenstation, rechts die Lagerküche sowie die Wäscherei. In der Mitte die Kommandantur mit dem Lagertor, davor der damalige Standort des Galgens.
Mahnmal KZ Sachsenhausen, Standort Galgen
Der Standort das Lagergalgens an dem immer wieder Häftlinge, vor den Augen ihrer Mitgefangenen, erhängt wurden.
KZ Sachsenhausen, Erschießungsgraben, Exekutionsgraben
Der Erschießungsgraben
Nationale Mahn - und Gedenkstätte, KZ Sachsenhausen, Oranienburg
Die "Nationale Mahn - und Gedenkstätte" von 1961
Die zu dem Mahnmal gehörige Plastik
Die zu dem Mahnmal gehörige Plastik
Der, mittels einer Mauer vom Rest des Lagers separierte, Zellentrakt. Hier folterte und mordete die SS völlig hemmungslos..
Der, mittels einer Mauer vom Rest des Lagers separierte, Zellentrakt. Hier folterte und mordete die SS völlig hemmungslos..
Innerhalb des Zelltraktgeländes stehen diese Pfähle. An diesen wurden, um sie zu foltern oder zu "bestrafen," Häftlinge mit auf den Rücken gebundenen Armen an den Handgelenken aufgehängt.
Innerhalb des Zelltraktgeländes stehen diese Pfähle. An diesen wurden, um sie zu foltern oder zu "bestrafen," Häftlinge mit auf den Rücken gebundenen Armen an den Handgelenken aufgehängt.
Die Reste des Krematoriums
Die Reste des Krematoriums
Im Keller des Küchenbaus wurde das, zumeist weitgehend verfaulte Gemüse, für die Küche vorbereitet. Die hier gezeigten Bilder sind von den Häftlingen angefertigt worden - angesichts der Zustände eine fröhliche Darstellung.
Im Keller des Küchenbaus wurde das, zumeist weitgehend verfaulte Gemüse, für die Küche vorbereitet. Die hier gezeigten Bilder sind von den Häftlingen angefertigt worden - angesichts der Zustände eine fröhliche Darstellung.
In dem ehemaligen "kleinen Lager", in dem bis zu ihrem Abtransport 1942 nach Auschwitz jüdische Häftlinge inhaftiert waren, sind noch zwei Lagerbaracken erhalten.
In dem ehemaligen "kleinen Lager", in dem bis zu ihrem Abtransport 1942 nach Auschwitz jüdische Häftlinge inhaftiert waren, sind noch zwei Lagerbaracken erhalten.
Die Baracken des sowjetischen Sonderlagers. Obwohl von hier aus das von der DDR errichtete Mahnmal zu sehen ist, wurde dieser Teil des Lagergeländes von der DDR vor der Bevölkerung geheim gehalten.
Die Baracken des sowjetischen Sonderlagers. Obwohl von hier aus das von der DDR errichtete Mahnmal zu sehen ist, wurde dieser Teil des Lagergeländes von der DDR vor der Bevölkerung geheim gehalten.
Eines der 1990 wiederentdeckten Massengräber der in dem sowjettischen Sonderlager ums Leben gekommenen Menschen.
Eines der 1990 wiederentdeckten Massengräber der in dem sowjettischen Sonderlager ums Leben gekommenen Menschen.

Ich kann naturgemäß nur einen kleinen Eindruck von der Gedenkstätte geben.  Im Eingangsbereich, dem Besucherzentrum, ist der Geschichte des Lagers eine umfangreiche Ausstellung gewidmet.

 


Hier noch Links in denen Sie mehr Informationen über das KZ Sachsenhausen finden:

 

Die Website der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen :

https://www.sachsenhausen-sbg.de/

 

Die Seite von Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Sachsenhausen


Kommentare und Bemerkungen sind auch in diesem Fall im Gästebuch gerne gesehen